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40. Todestag von Rodolfo Walsh
 
Am 25. März 1977 wurde der argentinische Schriftsteller, Journalist und Übersetzer Rodolfo Walsh
in Buenos Aires von Schergen der Militärjunta verschleppt und ermordet.
Walsh wurde am 1.1.1927 in Choele-Choel/Rio Negro geboren. Nach seinem abgebrochenen Philosophiestudium übte er zunächst verschiedene Berufe aus, bevor er journalistisch zu arbeiten begann und einige Kurzgeschichten veröffentlichte. 1959 war er in Havanna einer Mitbegründer der kubanische Presseagentur Prensa latina. Walsh, der sich politisch zunächst in der peronistischen Bewegung engagierte, ging nach Beginn der argentinischen Militärdiktatur in den Untergrund und schloss sich den Monteneros an.
Er gilt als einer der Begründer der Testimonio-Literatur und veröffentlichte in diesem Genre zahlreiche Werke, die auch in deutscher Übersetzung erschienen (und weiterhin lieferbar sind – siehe dazu die Informationen auf unserer Webseite).
Berühmt wurde er durch seinen "Offenen Brief an die Militärjunta" vom 24.3.77, in dem er Anklage erhob gegen die brutale Herrschaft der Militärs. Ein Brief, über den Gabriel García Márquez schrieb, dass er „für immer ein Meisterwerk des universellen Journalismus bleiben wird.“ (Nachzulesen u. a. in „Verschwunden“. Das Fotoprojekt ausencias von Gustavo Germano. München 2010. S. 82-87.)
 
(Ein informativer Artikel zu Rodolfo Walsh erschien im Heft 404 der Zeitschrift ila vom April 2017)