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PedroHolzDer chilenische Autor Pedro Holz verstarb am 23. Januar 2016 in Santiago de Chile.
Er wurde 1938 als chilenischer Staatsbürger (seine Großeltern waren in den 20er Jahren nach Chile ausgewandert) in Berlin geboren. Erst 1949 konnte die Familie, die sich in den 30er Jahren besuchsweise in Deutschland aufhielt, wieder nach Chile zurückkehren. Holz studierte Ökonomie und war unter der Regierung Allende im Wirtschaftsministerium tätig. Dafür wurde er bereits am ersten Tag des Militärputschs verhaftet und saß mehrere Monate im Gefängnis. Von 1974 bis 1989 war Pedro Holz in Bochum im Exil. Er arbeitete in verschiedenen Bereichen der Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragter an der Uni Duisburg. In der Chile-Solidaritätsbewegung hatte er – nicht zuletzt durch seine Zweisprachigkeit – eine wichtige Mittlerfunktion zwischen den Exilanten und Unterstützern inne. Er war und blieb auch nach seiner Rückkehr enger Freund und Mitarbeiter der ila in Bonn.
Nach Aufhebung des Einreiseverbots kehrte Pedro Holz nach Chile zurück. Seit 1989 lebte er wieder in Santiago, wo er u. a. als Berater in der Weiterbildung tätig war.
Pedro Holz schrieb während seines Exils auch in deutscher Sprache. Außer diversen Kurz- und „Kürzest“-geschichten in Zeitschriften liegen bisher fünf Bändchen mit Gedichten und Miniprosa auf Deutsch, teilweise auch zweisprachig vor: „Exil und Rückkehr“ (Bochum 1991), „Die kleine Welt des Herrn Kaiser“ (Oberhausen 2002), „Bilder die der Abend malte“ (Bochum 2003), „Heimreise in die Fremde“ (Bonn 2007) und „Ir y venir / Kommen und Gehen“ (Santiago de Chile 2010). Seine Erzählungen und Gedichte widerspiegeln vor allem seine Erfahrungen mit den Menchen in seiner Heimat, auf Reisen und im Exil.